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Der männliche Körper und der weibliche Körper sind sich sehr
ähnlich und dennoch in vielerlei Hinsicht verschieden. Die Unterschiede
ergänzen sich immer. Was im männlichen Körper positiv ist, ist
im weiblichen Körper negativ; und was im weiblichen Körper positiv
ist, ist im männlichen Körper negativ. Darum werden sie, wenn sie
sich in einem tiefen Orgasmus treffen, zu einem Organismus. Das Positive trifft
das Negative, das Negative trifft das Positive, und die zwei werden zu einem ?
zu einem elektrischen Stromkreis. Daher ist Sex so attraktiv, daher übt er
eine solche Faszination aus. Diese Faszination besteht nicht etwa deshalb, weil
der Mensch ein Sünder oder unmoralisch wäre. Sie besteht nicht
deshalb, weil die moderne Welt zu unzüchtig geworden ist, sie besteht
nicht aufgrund obszöner Filme und Bücher ? ihre Wurzeln gehen tiefer,
sie sind kosmisch. Die Anziehung besteht, weil beide, das Männliche wie
das Weibliche, nur halbe Stromkreise bilden. Und es gibt eine der Existenz
innewohnende Tendenz, all das zu transzendieren, was nicht vollständig
ist, und es vollständig zu machen. Das ist eines der höchsten Gesetze
- diese Tendenz zur Vervollständigung. Die Natur verabscheut
Unvollständigkeit, jede Art von Unvollständigkeit. Das Männliche
ist unvollständig, das Weibliche ist unvollständig ? und es kann nur
einen Augenblick der Vollständigkeit für sie geben ? wenn sich die
zwei auflösen und ihre Stromkreise zu einem werden. Daher sind die zwei
wichtigsten Wörter in jeder Sprache 'Liebe' und 'Gebet'. In der Liebe wird
man eins mit einem einzigen Menschen; im Gebet wird man eins mit dem gesamten
Kosmos. Und Liebe und Gebet sind sich in ihrer inneren Wirkungsweise sehr
ähnlich.
Osho, Die Welt des Tantra |
Das Wort 'Tantra' heißt die Fähigkeit zur
Ausdehnung, das was sich immer weiter ausdehnt. Sex läßt dich
zusammenschrumpfen, Tantra dehnt dich aus, erweitert dich. Es ist die gleiche
Energie, einfach nur herumgedreht. Es ist nicht mehr selbstsüchtig, nicht
mehr egoistisch. Es fängt an, sich auszuweiten - es fängt an, sich
auf die ganze Existenz auszuweiten. In Sex kannst du für einen Moment zum
Orgasmus kommen, aber zu einem hohen Preis. Im Tantra kannst vierundzwanzig
Stunden am Tag orgasmisch sein, weil deine ganze Energie orgasmisch wird. Und
dein Zusammentreffen ist nicht länger nur mit einer Person: dein
Zusammentreffen ist mit dem Universum an sich. Du siehst einen Baum, du siehst
eine Blume, du siehst einen Stern, und etwas wie Orgasmus passiert.
Osho, Phil. Perennis 1/6 |
Und
während dem Liebemachen vergiß Orgasmus. Sei eher entspannt mit
deinem Partner, entspannt euch in euch selbst hinein. Der westliche Verstand
denkt die ganze Zeit daran wann es kommt und wie man es schneller und
größer machen kann und dies und das. Das Denken erlaubt deinen
Körperenergien nicht zu funktionieren. Es erlaubt dem Körper nicht
seinen eigenen Weg zu gehen; der Verstand redet immer dazwischen. Sei
entspannt. Wenn nichts passiert, dann besteht auch kein Grund für
irgendetwas zu passieren. Wenn nichts geschieht dann geschieht eben geanau
das...und auch das ist schön. Orgasmus ist nicht etwas was jeden Tag
passieren muß. Sex sollte einfach nur ein 'zusammern' sein, einfach nur
sich in dem anderen auflösen. Und dann kann man weiter Liebe machen,
für eine halbe Stunde, für eine Stunde, einfach nur sich in den
anderen hineinentspannen. Dann wirst du ganz ohne Gedanken sein, weil der
Verstand hier nicht gebraucht wird. Die Liebe ist die einzige Sache bei der der
Verstand nicht gebraucht wird; und genau hier liegt der Westen falsch; er
bringt den Verstand sogar dorthin.
Osho, The Open Secret ,4
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Und auch über Sex machen sich die Leute viele Sorgen. Und
diese Sorgen, diese Anstrengung etwas tun zu müssen ist das eigentliche
Problem. Sex geschieht; es ist nicht etwas, was du tun mußt. Also
mußt du die östliche Annäherung zu Sex lernen, die Haltung von
Tantra. Die Haltung von Tantra verlangt, daß du liebevoll zu einer Person
bist. Du brauchst keinen Plan, du mußt nicht vorher mit deinem Verstand
proben. Du mußt nichts besonderes tun: sei einfach nur liebevoll und
verfügbar. Spielt mit der Energie des anderen. Und wenn du anfängst,
Liebe zu machen, dann braucht es nicht großartig zu werden. Anderfalls
wirst du es vorspielen und der andere wird es auch tun. Er wird vorspielen was
für ein großartiger Liebhaber er ist und du wirst auch den tollen
Liebhaben vortäuschen...und beide sind nicht befriedigt! Du brauchst
nichts vorzuspielen. Es ist ein sehr stilles Gebet. Liebemachen heißt
meditieren. Es ist heilig, das Heiligste vom Heiligen. Wenn du also Liebe
machst sei ganz ganz langsam...wie einen Leckerbissen, nimm jeden Geschmack in
dich auf. Und ganz langsam: es besteht überhaupt kein Grund zur Eile, Zeit
gibt es genug.
Osho, The Open Secret, 4 |
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