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Living Love Q&A

Puja & Raja

... bringing Tantra from the realms of the esoteric and exotic, into practical daily life...


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Persönliches interview über DIE ESSENZ VON TANTRA
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F: Über Tantra ist ja zur Zeit sehr viel zu hören und zu lesen. Wo ordnet ihr eure Arbeit dort ein?

PUJA: Ja, wir hören mehr und mehr über Tantra, weil mehr und mehr Leute in unserer Gesellschaft bewusster werden., also eine gute Sache. Unser Ansatz ist anders, weil er sich um den sexuellen Akt dreht.

F: Ich dachte beim Tantra gehts um Sex.

PUJA: Ja und nein. Sicherlich gehts beim meisten Tantra von dem wir hören um Sex aber nicht unbedingt um seinen zentralen Punkt ? die Sexualorgane an sich. In unserem Ansatz werden wir uns derer als zwei Hälften eines Ganzen bewusst und entdecken, wie wir ihre ekstatischen Krafte kreiren können. Auf diese Weise gehen wir direkt zum Wesentlichen vor. Wir bieten eine tantrische Vision von Sex an, die ein Erforschen von einem feinen Austausch der Genitalien beinhaltet. Dadurch entstehen Ekstase und Meditation ganz natürlich. Wegen unserer direkten Annäherung an Sex arbeiten wir nur mit Paaren und während unserer Retreats ist genug Zeit, das alles im eigenen Zimmer auszuprobieren. Auch finden jegliche sexuellen Aktivitäten bei uns nicht im Gruppenraum statt.

F: Was ist der Unterschied zu ‘normalem’ Sex?

RAJA: Es ist ein langsamerer Ansatz, es geht um Entspannung und Sensitivität, nicht so sehr um Sensationen und Stimulierung. Normalerweise gehts beim Sex um das Aufbauen von Energie und Intensitivität. Wir gehen auf einen Orgasmus zu oder einem anderen Höhenflug. Was aber tatsächlich passiert, ist, das Körper und Mind sich immer mehr an ? und verspannen. Und das kann problematisch werden, siehe vorzeitiger Samenerguss oder sexueller Frust. In Wahrheit fühlen wir uns auf natürliche Weise ekstatisch, wenn wir anfangen, uns beim Sex tief zu entspannen. Der grosse Unterschied ist also, dass wir Entspannung auf alle erdenkliche Art und Weise ermutigen. Entspannung bringt uns ins Hier ? das Geheimnis von Tantra. Wenn wir hier sind, werden wir wach und bewusst. Und diese besondere Qualität verwandelt Sex in Liebe. Es ist erstaunlich, normalerweise sehen wir in unsrern Kursen schon nach 2 oder 3 Tagen wie die Paare strahlen und liebevoller sind.

F: Um was geht es? Was ist der ‘Zielgedanke’ eurer Arbeit?

PUJA: Das Unglaubliche ist, dass wenn wir unsere Genitalien besser verstehen konnen, die Art und Weise, wie Natur sie gemacht hat, kommen wir in Kontakt mit unserem tiefsten Selbst. Das gibt uns Vertrauen; wir werden liebender und weniger ängstlich. Mit Sex und Liebe haben viele von uns schmerzhafte Erfahrungen machen mussen, Enttäuschungen, Unsicherheit,. Unklarheit etc. Wir haben uns wegen Sex gestritten und wir haben uns wegen Sex von jemanden getrennt, den wir eigentlich lieben. Und so geht es immer weiter. Jedoch können wir mit neuem Input und Information das ganze Bild herumdrehen und unser Leben verändern. Wir können Liebe schaffen, Erfüllung und Zusammenhalt finden ? durch Sex! Es kann eine stärkende, heilende Kraft sein. Wir wollen das mit anderen Paaren teilen ? die Möglichkeit, eine liebevolle Beziehung zu schaffen, wo das sexuelle Interesse und die Anziehungskraft stärker werden.

F: Stärker? Normalerweise ist es aber anders herum.

PUJA: Genau. Oft werden Paare unsensible füreinander, die Körper verschliessen sich, Gewohnheiten bilden sich…Bei unserem Ansatz werden die Genitalien immer sensitiver füreinander, wie Musikinstrumente, die sich stimmen, und Sex wird immer besser!

F: Für wen ist euer Kurs geeignet?

RAJA: Jedes Paar, das daran interessiert ist, Liebe zu machen. Jeder hat die Fähigkeit, Liebe zu machen, also für jeden. Manchmal haben Paare, die zu uns kommen, ganz aufgehört, Liebe zu machen, oder nur sehr selten, aber dieser Ansatz macht die Tür zu Intimität wieder auf. Auch finden wir, dass die Information für jedes Alter passt. Ob sechzehn oder sechzig. Ob 35 Jahre zusammen oder nur eine Nacht. Wir hatten schon soviele verschiedene Kombinationen und Nationalitäten, es scheint für alle zu funktionieren. Interessanterweise ist es für junge Leute einfacher, diesen neuen Ansatz zu verstehen.

F: Warum?

PUJA: Wenn wir jünger sind, ist unsere sexuelle Konditionierung nicht so stark. Der Mind ist nicht so eng, der Körper flexibler und entspannter.

F: Das heisst das man keine tantrische oder spirituelle Vorerfahrung braucht?

RAJA: Stimmt, wir haben Paare mit ganz unterschiedlichem Hintergrund. Vorerfahrungen können natürlich hilfreich sein, sind aber nicht wesentlich. Wir alle haben ähnliche sexuelle Konditionierungen und die Konditionierung ist die Ursache für Schwierigkeiten, denen Leute im Sex begegnen.

F: Was meinst du mit Konditionierung?

RAJA: Wir verspannen uns einfach zuviel im Sex, wir tun zuviel und hören auch leider viel zu schnell wieder auf. Die Befriedigung ist nicht wirklich tief und wir wollen mehr. Das nächste mal machen wir genau das Gleiche und die Unzufriedenheit wächst. Das geht bis zum Extrem, dass das Interesse an Sex völlig verloren geht oder man sich abgestossen fühlt. Besonders Frauen. Aber auch Männer. Das passiert wegen der Spannung und Anstrengung die wir machen. Viele Männer haben zugegeben, dass Sex für sie harte Arbeit ist, dann ist es eine Erleichterung, all den Druck und die Erwartungen nicht mehr zu haben. Wenn wir lernen, uns beim Sex zu entspannen, dann kann es Stunden dauern, dann gibt es plötzlich keinen Endpunkt mehr. Die Befriedigung ist wirklich tief, - lieben und geliebt werden. Aber das Entdecken unserer versteckten sexuellen Möglichkeitem verlangt, dass wir mit unseren sexuellen Mustern spielen. Sich beim Sex zu entspannen ist eine Kunst, nicht etwas, das über Nacht geschieht. Die Anspannung in Sex ist unsere Psychologie, also braucht es Zeit und Übung, uns wieder “ ins Lot” zu bringen und der Intelligenz der Genitalien zu vertauen.

Genialien und Intelligenz werden nicht sooft miteinander in Verbindung gebracht.

PUJA: Es gibt eine unterschwellige Polarität oder Magnetismus zwischen männlichen und weiblichen Genitalien, eine subtile Anziehungskraft. Das ist die Grundlage unserer natürlichen, biologischen Ekstase in Sex. Aber wir müssen langsamer werden, sensibler und wacher und dann fängt diese Intelligenz an, aufzuwachen. Es hängt vom Bewusstsein ab, es ist keine spezielle Technik.

F: Gibt es grosse tantrische Gruppenrituale bei euch?

RAJA: Grosse Rituale sind unsere Sache nicht. Wir arbeiten mit den Paaren untereinander. Es ist also keine Gruppenerfahrung sondern eine persönliche. Rituale können uns helfen, langsam in die Bewusstheit des jetzigen Moments zu kommen. Sie helfen uns, lebendiger und offener in Körper und Verstand zu sein. Das ist die Idee dahinter. Wir benutzen andere Sachen, uns ins ‘Hier’ zu bringen. Aber wir ermutigen Paare, wenn sie es hifreich finden vor dem Liebemachen ein Ritual zu machen.

F: Was ist euer Hintergrund ? wo habt ihr euch inspirieren lassen?

PUJA: Glücklicherweise haben wir zwei der höchsten Quellen tantrischer Inspiration ? Barry Long und Osho. Durch beide wurde ich zu einem Erforschen von Sex geführt, das mein Leben verändert hat. Sicherlich habe ich niemals erwartet, vor Leuten zu sitzen und Tantra zu lehren. Ich war auf der Suche nach mehr Tiefe im Sex - und in mir. Ich habe soviel wie möglich auf täglicher Basis ‘geübt’ und habe mir langsam eine völlig andere Erfahrung geschaffen. Das hat mir auch geholfen, die tantrische Führung auf tieferen Ebenen zu verstehen. Es war mir möglich, den neuen, radikaleren Ansatz von Barry Long zu verbinden mit den von Osho interpretierten alten tantrischen Schriften. Barry Long sind die Wurzeln und Osho die Flügel. Und Sex an sich ist eine Inspiration und eine spirituelle Erfahrung.

RAJA: Als ich 1995 das erste Mal mit dieser neuen Art des Liebemachens in Kontakt kam hat es sich sofort richtig angefühlt. Es hatte nichts mit Schwierigkeiten in meiner Sexualität zu tun. Mein Sexleben war gut, nur dass ich nichts von anderen Möglichkeiten wusste. Als ich die ‘Making Love’ Tapes von Barry Long hörte, konnte ich einfach die Wahrheit hinter seinen Worten spüren. Es ist schwierig auszudrücken. Aber mir wurde eine Annäherung an Sex angeboten, bei der ich einfach meinem Körper vertrauen und alles Weitere dem Bewusstsein in den Genitalien überlassen konnte. Ich war plötzlich nicht mehr auf irgendeinem Programm. Ich musste nichts mehr beweisen oder mir Sorgen machen, es war wie ‘nach Hause kommen’. Wahrscheinlich waren meine lange Erfahrung mit Tai Chi hilfreich ? Körperbewusstsein, Grounding etc ? aber um ehrlich zu sein habe ich mich erst durch diese Art von Liebemachen richtig geerdet gefühlt und hatte wirklich Zugang zu meiner inneren Welt. Und natürlich habe ich glücklicherweise in Puja jemanden gefunden, mit deren Erfahrung und Vertrauen ich weiter diesen Weg erforschen kann.

F: Wann habt ihr angefangen, eure Making Love Gruppen zu leiten?

PUJA: Die erste Gruppe leitete ich 1993 für dieTantra Lehrer in der Osho Commune in Pune; im gleichen Jahr habe ich auch Kurse in Italien gegeben, und 1994 auch mit Tantra-Lehrern von’ Tantra International’ in Europa . Ich hatte also Gelegenheit auch mit Lehrern von anderen Tantra-Schulen zu arbeiten. Und seither leiten wir zusammen Gruppen in ganz Europa.

F: Könnt ihr noch mehr über eure Gruppen sagen?

PUJA: Wir kommen für eine Woche zusammen und jedes Paar hat ein Doppelzimmer, wenn möglich mit eigenem Bad. Es ist ein bisschen wie spirituelle Flitterwochen. Über 7 Tage machen wir Schritt für Schritt die Paare mit den ‘Love Keys’ vertaut. Die ‘Love Keys’ sind sozusagen die Grundlage unserer Arbeit. Wir konzentrieren uns auf den Körper, machen Tai Chi, verschiedene Meditationen und Körperarbeit, um unsere Energien aufzuwecken. Jeden Tag gehen wir einen weiteren Schritt tiefer in ein neues Bild von Sex. Aber das ‘Üben’ mit den Love Keys ist der wichtigste Teil der Gruppe.

F: Dein Buch ist dieses Jahr erschienen. Es heisst ‘The Love Keys’. Was ist die Verbindung?

PUJA: Das Buch beschreibt den schrittweisen Ansatz, den wir auch in den Gruppen geben. Es ist also möglich, schon mit dem Experimentieren mit Hilfe des Buches anzufangen. Das war die Absicht dahinter. Im Retreat kommt die Information natürlich direkter rüber, ist also vielleicht einfacher. Und wir setzen die Theorie sofort in die Praxis um und warten nicht auf später. Auch sind Raja und ich da, um eventuelle Fragen zu klären, die beim Experimentieren auftauchen. Das schafft natürlich eine Grundlage fur Vertrauen.

F: Wird es das Buch in deutsch geben?

PUJA: Ja, es sieht so aus, als ob es bald Übersetzungen in deutsch, französisch und italienisch geben wird.
Interview mit Spuren
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Interview: Claude Jaermann

"Ein neuer Zugang zur Sexualität ist dringend nötig!"

Wir wollten es genau wissen und fragten bei der Tantralehrerin Puja Richardson und ihrem Partner Raja nach.

F: Euer Meditationsretreat für Paare heisst "Making Love". Was ist der Inhalt eurer Arbeit?

Puja: Wir lehren Paare, wie sie Sex durch Bewusstsein in Liebe umwandeln können. Bewusstsein geht Hand in Hand mit Entspannung, und das ist die eigentliche Basis von Tantra. Unser Fokus richtet sich auf den Körper, auf einfaches praktisches Lernen, wie wir das Liebemachen lockerer angehen können.

F: Was unterscheidet euren Kurs von anderen Tantraseminaren?

Puja: Wir teilen unsere jahrelange persönliche Erfahrung mit. Wir vermitteln keine speziellen Energieaufbautechniken oder zelebrieren grosse Rituale. Viele sexuelle Probleme entstehen durch zu viel Druck und Spannung. Was wir offerieren, ist die Gelegenheit zur persönlichen Umwandlung ? in den siebentägigen Seminaren pflanzen wir Samen ein für eine neue Vision von Sexualität. Zu lernen, wie man während des Liebemachens entspannt bleiben kann, ist eine tiefe Erfahrung, die ein Leben verändern kann.

F: Kein Energieaufbau? Keine Ekstase und auch keine Erleuchtung?

Raja: Unser Wunsch ist es, Liebe zu kreieren. Wir lehren Menschen, wie sie als Individuum und als Paar liebevoller werden. Wir ersetzen die Ziele in der Sexualität (Orgasmus und wenn möglich gemeinsam) durch Präsenz. Sexuelle Ekstase kann ein Ausdruck davon sein, aber kein Ziel. Ekstase entsteht durch Entspannung und nicht durch Druck. Wer davon auch noch erleuchtet wird: wunderbar! Doch unser Schwergewicht liegt auf der Basis ? der Liebe zwischen Mann und Frau ? als Zugang zum Göttlichen. Und zu lernen, wie man Liebe macht, ist die Ausgangslage dazu.

F: Ihr arbeitet ausschliesslich mit Paaren. Warum?

Raja: Paare haben eine sexuelle Beziehung. Das heisst: Sie können die Informationen, welche wir vermitteln, sofort im Privaten ausprobieren. Das Seminar findet an ausgesuchten Orten statt, jedes Paar wohnt in einem Doppelzimmer. Viele Paare, die keinen Sex mehr hatten, beginnen während des Workshops wieder damit. Die Entspannungsmethode wirkt manchmal Wunder!

F: In allen Medien ist Sex vertreten. Wozu sollen wir uns noch mehr damit beschäftigen?

Puja: Sex ist ein Riesenthema. Doch Sexualität ist auch verbunden mit viel Unglück und Schmerz. Sie macht Menschen nicht nur glücklich. Oder das Glück ist von kurzer Dauer und die Frustration darüber stärker. Dass die Medien über Sex berichten, liegt daran, dass Sexualität ein Grundbedürfnis ist. Wir sind sexuelle Wesen, und sexuelle Ekstase ist unser Geburtsrecht. Doch die Realität sieht leider anders aus. Sehr wenige von uns führen ein glückliches Sexleben. Und wenn, dann ist es schwierig, dies über längere Zeit aufrechtzuerhalten. Ein neuer Zugang zur Sexualität ist dringend nötig. Sex ist die Basis unserer Lebensenergie und nicht ein Supplement. Der grosse Unterschied liegt darin, wie wir Liebe machen.

F: Die bekannte Art, Liebe zu machen, ist mit Emotionen, Spannung und Lust verbunden. Ist dies nur die eine Seite?

Raja: Es ist definitiv nur eine Seite der Geschichte. Sex ist nicht das, was wir zu kennen glauben. Emotionen, Spannung und Lust verlangen mehr und mehr Erregung, was oftmals die Feinfühligkeit der Genitalien zerstört. Wenn du in der Entspannung Liebe machst, kehrt diese natürliche Spürigkeit der Genitalien wieder zurück. Und dann machen die Genitalien miteinander Liebe wie zwei Magnete, die zwischen dem männlichen und weiblichen Körper hin und her schwingen. Die Erfahrung kann ekstatisch sein. Doch der Anfang heisst Entspannung.

F: Weshalb richtet ihr bei eurer Arbeit so viel Aufmerksamkeit auf die Genitalien?

Raja: Weil wir so wenig über Penis und Vagina wissen. Deshalb vermitteln wir, wie man durch die Genitalien feinfühlig werden kann und diese magnetische Energie, die durch sie und den ganzen Körper fliesst, wahrnehmen kann. Doch wir müssen weg von Erregung und weg von Energieaufbau, die wir normalerweise in der Sexualität benutzen.

F: Die Scheidungsraten liegen europaweit um die 40%. Glaubt ihr, dass auch die Art des Liebemachens einen Einfluss darauf hat?

Puja: Mit Sicherheit ist Sex der Hauptgrund, weshalb viele Paare auseinander gehen. Egal, ob sie verheiratet sind oder nicht. An irgendeinem Punkt wird Sexualität zum Thema, es wird langweilig, ein Partner mag nicht mehr, der andere wird unruhig, findet einen anderen aufregender, bis auch diese Person langweilig wird und so weiter und so fort. Das heisst, wir brauchen Stimulation und Erregung als sexuellen Auslöser. Mit einem anderen Zugang zur Sexualität laufen die Dinge anders. Paare, die Liebemachen mit Bewusstsein und Entspannung lernen, finden mehr Harmonie und Liebe. Sie bleiben zusammen und das sexuelle Interesse steigt ? es klingt wie ein Wunder! Deshalb hat Sex einen starken Einfluss auf das Zusammenbleiben von Paaren. Konventioneller Sex, der Mann und Frau ja zusammenbringt, separiert sie auch. Und das ist traurig. Wenn Sex richtig verstanden wird, gibt es bald keine Persönlichkeits- und Machtprobleme mehr zwischen Paaren. Wir realisieren gar nicht, wie kraftvoll Sexualität ist und wie sie unseren Alltag und unsere Partnerschaft beeinflusst.

F: Das klingt, als ob Sexualität das Wichtigste im Leben sei?

Raja: Unser Alltag ist gefüllt mit Geschäft und Familie. Liebemachen steht am Ende der Prioritätenliste. Wir empfehlen einfach, Zeiten für das Liebemachen einzuplanen und diese auch einzuhalten. So kann ein völlig neues Lebensgefühl entstehen, das auch positive Auswirkungen auf den Alltag, das Geschäft, die Freunde und Familie hat.

F: Wie seid ihr überhaupt auf diesen Weg des Liebemachens gekommen? Wer oder was hat euch inspiriert?

Puja: Als jahrelange Körperarbeiterin liebte ich ganz einfach Körper, und glücklicherweise fand ich in der Form von Barry Long und Osho die beiden höchsten tantrischen Inspirationsquellen. Ich praktizierte deren Lehre und begann die Sexualität zu erforschen. Ich hatte nie das Ziel, eines Tages Kurse darüber zu leiten. Ich war auf der Suche nach mehr Tiefe in meiner Sexualität. Jahrelang übte ich jeden Tag, bis sich langsam eine total andere sexuelle Erfahrung einstellte. Erst diese Erfahrung erlaubte mir, die tantrische Lehre von Barry Long und Osho zu verstehen.

Ich verband die moderne und radikale Ansicht von Barry Long mit uralten tantrischen Lehren, die in diesem Jahrhundert von Osho so wunderbar interpretiert wurden. Barry Long ist die Wurzel und Osho die Flügel.

F: Wieso bezeichnet ihr Barry Long als die Wurzel und Osho als die Flügel?

Puja: Barry Long s Geschenk ist das Bewusstmachen von sexuellen Emotionen, wie sie Liebe zerstören können und unser effektives Potenzial behindern. Er hat einen grossen "Reinigungsprozess" in der Sexualität initiiert. Aber er vermittelt nur einen Teil von Tantra. Da ist noch eine essenzielle Information über Körperpolarität und Magnetismus, die er übersieht. Zum Beispiel werden in den alten tantrischen Sutras die Liebhaber instruiert, die weiblichen Brüste vermehrt in den Liebesakt zu integrieren. Die weibliche Brust ist entscheidend für ekstatische Erfahrungen und zwar für die Frau und den Mann. Barry Long erwähnt die weibliche Brust mit keinem Wort. Gleichzeitig hört man bei Osho nie etwas über sexuelle Emotionen, da dies vor allem in der westlichen Gesellschaft ein Phänomen ist und in seinem Kulturkreis praktisch nicht existiert. Er war ein östlicher Meister, der sein Augenmerk auf das Zusammenbringen von Sexualität und Meditation zur persönlichen Transformation legte. Meine sexuellen Emotionen standen mir im Weg, um Oshos tantrische Dimension zu verstehen und zu erleben. Ich musste erst das eine integrieren, bevor ich mich den subtilen Energiephänomenen innerhalb meines Körpers zuwenden konnte. Deshalb ist für mich Barry Long die Wurzel und Osho die Flügel. Das Üben und Integrieren über mehrere Jahre gab uns die Erfahrung, dies weiterzugeben.

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